Bereichernde Zusammentreffen
In diesem Teil soll der jüdischen Laaer gedacht werden, die nicht mehr unter uns sind. Aber auch Menschen, die durch einen außergewöhnlichen Charakter die Geschichte der jüdischen Laaer positiv geprägt haben, sollen hier einen Ehrenplatz erhalten. Der Blick zurück ist mit vielen schönen Erinnerungen an viele besondere Zusammentreffen verbunden, die ich hier noch mal rekapitulieren will. Der Ausblick am Ende zeigt, dass, trotz großer Verluste, die Geschichte noch weitergeht, noch Kapitel zu erzählen sein werden.

Treffen in Israel: Hilda White (Australien), Ernst Neumann (Israel),
Karola Zucker (Israel), Dr. Felix Yokel (Maryland - USA)
Eine besondere Freude war es mir immer, wenn sich ehemalige Laaer durch mich wiederfinden konnten. Dies war ein paar Mal möglich und was es für einen Menschen bedeutet, Freunde wiederzufinden, die seit Jahrzehnten als verschollen galten, kann man wohl nur ein Stück weit nachfühlen, aber gut verstehen.

Treffen in Israel: (v. links n. rechts) Ernst Neumann, Hilda White, Dr. Felix Yokel
Bedenkend, welche Suche nach der Nadel im Heuhaufen es war, wie viel Erfolg mir mit 12 gefundenen ehemaligen Laaern auf 4 Kontinenten (alle außer Afrika) beschert war, hatte ich mehr als Glück. Trotzdem blieben auch manche Gesuchte weiterhin verschwunden, so zum Beispiel Heini Blau. Er war der jüngere Cousin von Karola Zucker gewesen und in ihren Kindertagen in Laa ihr Spielkamerad. In den 60ern hatte Herr Duchek, ein ehemaliger Lehrer von Karola, ihr zwar geschrieben, Heini sei als amerikanischer Soldat in einem Dorf bei Laa gesehen worden, dass es sich hierbei um ein Gerücht oder eine Verwechslung gehandelt hat, hat Karola nicht mehr erfahren. Ich habe erst fast 10 Jahre nach ihrem Tod erfahren, dass er den Holocaust nicht überlebt hat. (Genaueres dazu finden Sie hier.)

Treffen anlässlich der Hochzeit von Ernst Neumanns Enkelin:
(v. links n. rechts) Ernst Neumann, Karola Zucker, Kurt Maneles mit Gattin
Zu größeren Treffen von ehemaligen Laaern kam es in Israel, zu kleineren in Laa. Das größte Treffen aller Nachkommen von Laaer jüdischen Familien war ohne Zweifel die Eröffnung des Denkmals, zu dem 60 Kinder und Enkel von ehemaligen Laaern anreisten. Ehemalige Laaer, die in Laa als Teil der jüdischen Gemeinde geboren wurden, waren nur noch zwei vertreten. Sie können ihre Reden auf dieser Webseite nachlesen:
Kitty S.
Dr. Felix Yokel
Dr. Yokel starb noch im gleichen Jahr und so ist die Zahl derer, die sich an jüdisches Leben in Laa vor dem Krieg erinnern können, weiter geschrumpft.

Laa: Hilda White mit ihrer Wiener Verwandtschaft in Laa

Slowakei: Ehepaar Zucker mit den Töchtern der Cousine von Karola Zucker
Auch Familienfeste wie die kirchliche Hochzeit meiner Schwester wurden zu internationalen Treffen. Aber kein Wunder, wir waren eine Familie geworden.


Schön ist, dass gerade die Eröffnung des Denkmals auch neue Kontakte gebracht hat und oft erst in der zweiten und dritten Generation eine Verbindung zur Heimat der Eltern und Großeltern hergestellt hat. Es sind jetzt die Kinder und Enkel, die doch immer wieder aus aller Welt kommen und Laa (und der Familie Müllner) einen Besuch abstatten. So ist auch nun, da die meisten ehemaligen Laaer bereits nicht mehr unter uns sind, die jüdische Geschichte Laas noch nicht zu Ende.

Laa: Tim Adler (links, Australien) und ich // Mikulov: Ran Zucker (rechts, Israel / Wien) und Franz Müllner
Doch all die Jahre haben auch noch viele andere Bekanntschaften gebracht. Ich nenne sie meine „Dazugekommenen“, das heißt Menschen von anderen österreichischen Gemeinden und manchmal sogar ihre Kinder, die durch Zufall mit mir in Kontakt gekommen sind, weil es das Thema bedingte, die alte Heimat oder vielleicht auch das Schicksal uns zusammenführte.
Der Mensch ist nichts ohne Freunde, ich bin dankbar für sie.

Eveline Toch (links, ehem. Wien / Chicago) und ich // Marty (USA) mit seiner Schwester (Israel) und seinen Eltern (ehem. Wien / USA)

Bronia Sonnenschein (ehem. Wien / Vancouver)
Bronia hat in ihrem Buch „Victory over Nazism: A Holocaust Survivor's Journey“, aber auch vor hunderten Schulklassen und vielen tausenden Jugendlichen über ihr Überleben Zeugnis abgelegt. Das Bild wurde 2002 aufgenommen. Sie trägt die „Queen’s Golden Jubilee“ Medaille für ihre außergewöhnliche freiwillige Tätigkeit zum Wohle einer besseren Zukunft.
Auf ihrer Web-Seite kann man Filme sehen, in denen sie über ihr Leben und Überleben erzählt. Es ist mir eine überaus große Ehre, in ihrem Buch vorzukommen. Sie hat den ersten Brief, den sie mir geschrieben hat, dort auf den Seiten 118 und 119 veröffentlicht.
Auf anderer Stelle können Sie auch einen Artikel über eine rettende Begebenheit in ihrer Zeit im Konzentrationslager lesen.

Gertie & Fred Blau (ehem. Wien - Arizona / USA)

Sabra & Tony Morton (USA)

Kurt Grübler (ehem. Wien / Maryland - USA) & Shirley Rosenberg (St. Louis - Maryland)

mit dem Ehepaar Travers (ehem. Wien / Australien)
(Mag. M. Müllner, 3. 1. 2009, ergänzt 26. 5. 2010)